Tag 9 – Alpenüberquerung

Heute haben wir Mailand schon wieder den Rücken gekehrt und unsere Reise weiter nach Norden fortgesetzt. Das Highlight des heutigen Tages war die Alpenüberquerung, zu der wir uns eine landschaftlich sehenswerte Strecke über die Rhätische Bahn ausgesucht hatten.
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Nachdem wir uns am Frühstücksbüffet des Doria Grand Hotels so richtig schön den Bauch vollgeschlagrn hatten, es war übrigens unser erstes und vermutlich letztes ausgiebiges Frühstück auf diesem Urlaub, haben wir uns gegen 8:20 Uhr mit der italienischen Trenord auf den Weg nach Tirano gemacht. Wie für italienische Züge üblich, war auch dieser wieder total überklimatisiert. Draußen zeigte das Thermometer 31 grad und wir saßen drinnen mit langer Hose und geschlossener Jacke.
In Tirano hieß es dann umsteigen in die Rhätische Bahn. Die Eisenbahngesellschaft mit Sitz in Chur betreibt ein 384 km langes Meterspurnetz, welches sich hauptsächlich über den Schweizer Kanton Graubünden erstreckt und im Jahre 2008 teilweise in das Unesco Weltkulturerbe übernommen wurde. Bekannte Streckenabschnitte sind unter anderem das Landwasserviadukt oder die Berinabahn.
Für Eisenbahnliebhaber ist dieses Schnalspurkleinod im Süden der Schweiz ein echtes Mekka. Züge wie aus dem Bilderbuch, top gepflegt, fast ohne Grafitti oder Schmierereien. Hinzukommt die einmalige Landschaft der Alpen, durch welche sich die meist nur einspurige Bahn grazil über scheinbar endlose Spiralen, Tunnel und Viadukte unaufhörlich bis über die Waldgrenze hinweg gegen Himmel fortbewegt. Bei den engen Tunnel und Kurvenradien würde vermutlich jeder deutsche Lokführer Bauchschmerzen bekommen. Die Hunsrückbahn, welche ja bekanntlich die Steilste Bahnlinie ohne Zahnrad nördlich der Alpen ist, wirk im vergleich dazu wie eine ICE Strecke. Es ist wirklich schon beachtlich was die Schweizer Bauingenieure vor gut 100 Jahren dort in den Fels gezaubert haben. Wirklich erleben und fühlen kann man es eigentlich nur wenn man selbst einmal diese Route bereist, am besten bei gutem Wetter in einem der offenen Panoramawägen. Diese sind zwar sehr rustikal, aber man ist hautnah dran am Erlebnis Rhätische Bahn. Zwischenstopp haben wir an der Talstation Diavolezza (2080 m ü. M.) gemacht, von wo an es dann mit der Seilbahn weiter nach oben ging. Die letzten Höhenmeter ging es schließlich per Pedes weiter auf die Sass Queder, sodass wir letztendlich noch gerade so die 3000m Marke überschritten hatten (3050 m ü. M.).
Leider kamen als wir die Spitze endlich erreicht hatten Wolken auf, sodass die Fernsicht leider ein wenig mau ausfiel. Dafür gab es immerhin noch einen guten Blick auf den Gletscher und Schnee Sommer!
Von dort aus ging es dann weiter bis Chur, wo wir etwas zu Abend gegessen hatten und auf die SBB umgestiegen mussten. Jetzt sitzen wir im IR nach Zürich HBF wo wir gegen 22:48 Uhr eintreffen werden. Dann noch einchecken und ab ins Bett. Was ein Tag!

2 thoughts on “Tag 9 – Alpenüberquerung

  1. Die Beschreibung der Rhätischen Bahn ist sehr treffend. Sie erinnert mich an meinen Urlaub im Unterengadin. Dort gab es in dem Zügen die Durchsage „Fermada sin dumonda“ , auf deutsch „Halt auf Verlangen“.

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