SKS- Ausbildungstörn 2015

Nach gut einem halben Jahr theoretischer Vorbereitung auf die Prüfung zum Sport- Küsten- Schifferschein und bereits absolvierter theoretischer Prüfung in der FH in Koblenz ging es nun zur Praktischen Ausbildung mit anschließender Prüfung nach Kiel.

Unser Schiff "Liese" im Hafen Bagenkop
Unser Schiff „Liese“ im Hafen Bagenkop

Für die Fahrt hatten wir einen One- Way Leihwägen bei Avis gechartert, da der gewünschte 9 Sitzer jedoch mit einem Getriebeschaden in der Werkstatt lag haben wir zwei Kleine MBit bekommen, was sich auch als praktikabel rausstellte. Abfahrt war am 01.08. um kurz nach fünf Uhr morgens am Real in Bendorf, Ziel: Olympiahafen Kiel- Schilksee. In dem 1972 zu den Olympischen Spielen in München errichteten Hafen hat unsere Segelyacht Liese ihren Heimatliegeplatz.  Die 37 Fuß lange Yacht des Bayrischen Herstellers Bavaria gehört dem Vercharterer Sail Away aus Kiel und ist bereits seit 2006 im Dienst, was es unter den Charterbooten schon zu einem Oldtimer macht.

Unser Segelschiff "Liese"
Unser Segelschiff „Liese“

Angekommen in Kiel sind wir nach gut sieben Stunden Fahrt gegen 13:00 Uhr, hier haben wir noch die Vorgängercrew, auch aus unserem Kurs in Koblenz, getroffen. Diese hatten aber anscheinend nicht das beste Wetter gehabt und waren recht kurz angebunden. Nach einem kurzen Plausch und der Übergabe durch den Vercharterer haben wir uns ersteinmal auf dem Boot eingerichtet. Gegen 14:00 Uhr wurde das von uns im vornherein beim örtlichen Supermarkt bestellte Proviant geliefert. Den Speiseplan hatten wir schon im Vornherein abgestimmt und die nötigen Zutaten bestellt, so war ein lästiges und zeitraubendes Einkaufen vor Ort nicht mehr nötig. Nachdem das Proviant verstaut wurde und die „Lehrlige“ von unserem Skipper Volker eine Sicherheitseinweisung erhalten haben ging es los zu einer ersten Testfahrt auf die Kieler Förde. Ich muss gestehen das mir die Erste Tour auf dem Wasser nicht so gut bekommen ist, es ist zwar alles da geblieben wo es sein sollte, aber ich war nach zwei Stunden auf See dann doch froh wieder festen Boden im Hafen zu haben. Nach dem ersten Anlegerbier war die Übelkeit dann auch wieder verschwunden. Den ersten Abend haben wir dann bei einem gemütlichen Abendessen im Restaurant El Möwenschiss, gleich im Hafen, ausklingen lassen.

Olympiahafen Kiel Schilksee
Olympiahafen Kiel Schilksee

Am nächsten Morgen habe ich von Lothar erst einmal ein Pflaster gegen die Seekrankheit bekommen. Nach einem ausgiebigen Frühstück an Bord sind wir dann ausgelaufen mit Ziel Bagenkop auf Langeland in Dänemark. Mangels Wind war die Überfahrt jedoch nur mit Motor möglich und auch der Seegang war sehr gering, was der Eingewöhnung sehr zu Gute kam. Auf halber Strecke haben wir dann einen kurzen Badestop auf hoher See eingelegt. Ohne Land in Sicht haben wir uns kurzerhand in die Kühlen Fluten der Ostsee gestürzt. Baden ohne Land ist definitiv ein Erlebnis das man nicht alle Tage hat! Ein Paar Schweinswale haben auch unseren Weg gekreuzt, die kleinen Tümmler tauchen immer wieder mit Ihrer Rückenflosse aus dem Wasser auf, ähnlich wie man es von Delfinen auch kennt. Am späten Nachmittag haben wir dann den Hafen in Bagenkop erreicht und noch einen letzten Liegeplatz an der Kaimauer ergattert. Nach einem kühlen Anlegerbier hat die Crew den Ort erkundet, währen unser Skipper an Bord das Abendessen zubereitet hat. Bagenkop ist ein eher beschauliches Nest und hat außer dem Hafen und einer recht alten Kirche nicht all zu viel zu bieten, sodass wir nach einer Stunde wieder pünktlich zum Abendessen an Bord waren. Durch unseren Liegeplatz an der Kaimauer hatten wir unbeabsichtigt auch noch einen Logenplatz für den Sonnenuntergang ergattert.

Sonnenuntergang in Bagenkop
Sonnenuntergang in Bagenkop
Dämmerung in Bagenkop
Dämmerung in Bagenkop

Am Montag ging es dann nach einer ausreichenden Stärkung mit frischen Dänen- Brötchen endlich unter Segel weiter. Der Wind hatte über nach gedreht und aufgefrischt und wehte nun mit ca. Stärke 3 aus Süd- Östlicher Richtung was uns auf unserer Route gegen Norden zu gute Kam. Sogar das recht schmale und nicht sehr tiefe Fahrwasser bei Marstal konnten wir unter Segel durchfahren sodass wir gegen Mittag Aerosköbing passierten. Hier wurde die See wieder tiefer und auch breiter, sodass wir hier zum ersten Mal die Manöver unter Segel üben konnten. Nach einem schönen, aber auch anstrengenden Übungstag haben wir in einer Bucht bei Aerosköbing geankert und die Nacht verbracht.

Vor Anker bei Aerosköbing
Vor Anker bei Aerosköbing
Sonnenuntergang vor Anker
Sonnenuntergang vor Anker

Am Dienstagmorgen ging es dann nach einem Frühstück auf See weiter, unter Segel wurde der Kurs auf Faaborg angehalten, welches wir am frühren Nachmittag erreichten. Hier haben wir im alten Stadthafen festgemacht. Franz und Ich sind dann erst einmal Fisch für das Abendessen kaufen gegangen, während die Anderen auf dem Schiff geblieben sind. Die ersten Schritte auf festem Boden nach mehr als 24h auf dem Wasser waren im ersten Moment ganz ungewohnt und ich musste aufpassen nicht gleich ins Hafenbecken zu fallen. Auf dem Rückweg haben wir einen kleinen Schlänker durch die Altstadt von Faaborg gemacht und uns ein wenig umgesehen. Nachdem wir zum Schiff zurückgekehrt waren haben wir noch mehrere Male das An- und Ablegen geübt, eh wir zu weiteren Manöverbüngen auf dem Faaborg- Fjord rausgefahren sind. Leider ist währenddessen das Wetter umgeschlagen, sodass wir mit Windböhen und Regen kämpfen mussten. Nachdem wir dann alle ordentlich Nass waren haben wir die Marina in Faaborg angesteuert und uns einen Liegeplatz für die Nacht gesucht. Dieser lag leider wieder am Ende des Hafens, sodass wir bis zur Toilette 220 Schritte hatten. Hier gab es nach 2 Tagen auf See auch endlich wieder eine richtige Dusche.

Altstadt von Faaborg
Altstadt von Faaborg

Am Mittwoch sind wir dann wieder richtung Süden aufgebrochen. Unser Tagesziel war eigentlich der Hafen von Marstal, am südlichen Zipfel von Aero. Auf der Fahrt dort hin haben wir noch einige Manöver sowohl unter Segel als auch unter Motor geübt. Als wir am späten Nachmittag dann in Marstal eingetroffen sind habe wir zuerst unerlaubter weise gleich an der Pier nach der Einfahrt festgemacht, dort gibt es nämlich leckeres dänisches Eis! 🙂 Im Anschluss haben wir uns auf die Suche nach einem Liegeplatz im Gast- Teil des Sporthafens gemacht. Leider vergebens, alle Boxen waren belegt! Also haben wir uns entschieden in die Nacht hinein durch zu fahren nach Kiel. Vorteil: So haben wir den gesamten Donnerstag zum üben auf der Kieler Förde. Nachteil: Das Drillgut das wir eigentlich in Marstal grillen wollten musste nun auf See in der Pfanne brutzeln. Geschmeckt hat es trotzdem!

Sonnenuntergang auf See
Sonnenuntergang auf See

Zu beginn ging es bei gutem wind noch mit 5-6 Knoten vorwärts, leider hat mit der untergehenden Sonne auch der Wind immer mehr abgeflaut, sodass wir die letzten 2h mit Motor fahren mussten. In Kiel angekommen sind wir gegen 2 Uhr Donnerstag früh. Nach dem obligatorischen Anlegebier haben wir uns dann schnell in die Kojen verzogen.

Kurs "hart am Wind"
Kurs „hart am Wind“

Den Donnerstag haben wir dann komplett zum üben der für die Prüfung notwendigen Manöver genutzt. Leider hat das alles bei uns nicht so geklappt wie die Tage zuvor, weshalb am Nachmittag die Stimmung einen Tiefpunkt erreicht hatte. Am Abend haben wir dann das Boot noch aufgeräumt für den großen Tag morgen.

Unser Kompass: Stets das Ziel vor Augen
Unser Kompass: Stets das Ziel vor Augen

Freitag: Die Prüfung.
Eigentlich ging alles ganz schnell, Pünktlich um 9 Uhr hat der Prüfungsbüro geöffnet und wir haben uns Angemeldet. Da wir die Crew mit der weitesten Anreise an diesem Tag waren durften wir auch als erste mit der Prüfung beginnen. So waren die beiden Prüfer gegen 10:00 Uhr auf dem Boot.
Leider hatte heute mal wieder der Wind gedreht und kam mit kaum Wahrnehmbarer Windstärke 1 von Land. Wir hatten also Glück das die Prüfung nicht mangels Wind abgesagt wurde. um 11:30 war dann der Spuk auch schon wieder vorbei, die Prüfer waren schon auf dem Wasser in das Nächste Boot gewechselt und haben uns damit ein Anlegemanöver erspart. Auf die bestandene Prüfung gab es am Steeg ersteinmal ein Siegerbier!
Den Rest vom Tag hat uns unser Skipper Volker chauffiert. So haben wir eine kleine Rundfahrt durch die Kieler Förde gemacht in der Hoffnung die Gorch Fock zu sehen, die war jedoch leider nicht in Kiel. Stattdessen haben wir in Kiel Holtenau, der Einfahrt zun Nord- Ostsee- Kanal angelegt.

Kiel Holtenau
Kiel Holtenau
Leuchtturm Holtenau
Leuchtturm Holtenau

Abends haben wir dann bei einer leckeren Pizza den Törn ausklingen lassen.

Die Heimfahrt am Samstag war eher unspektakulär und außer den unbequemen Sitzen im Mercedes Vito gibt es nicht viel zu berichten.

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