Tag 6: Bergen- Bahn und Naeroyfjorden

5:30 Uhr, der schrille Metalsound von Andi’s Wecker lässt das komplette 4er Zimmer aus den Betten fallen, na gut, so schlimm war es auch wieder nicht, aber dennoch verdammt früh und wir waren auch nicht die einzigen die aufstehen mussten.
So haben wir uns also gegen 6:10 Uhr auf den Weg zum Bahnhof mit dem Tagesziel Bergen gemacht.
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Der Zug hat dann pünktlich um 6:43 Uhr den Hauptbahnhof der norwegischen Hauptstadt verlassen. Am Vortag hatten wir uns noch gesorgt, da wir keine Sitzplatzreservierung für diese Strecke gekauft hatten, wie sich aber später noch herausstellen sollte war diese Sorge völlig unbegründet. Denn Der Zug war nahezu menschenleer, in manchen Streckenabschnitte hatten wir sogar den ganzen Wagen für uns alleine und man konnte sogar ein wenig Smalltalk mit dem Zugbegleiter führen.
image So haben wir gelernt dass man in Norwegen nicht gegen die Fahrtrichtung fahren muss, denn die Sitzreihen lassen sich, mit Ausnahme der ersten und der letzten, alle um 180 Grad drehen und das in jedem Zug eine Säge an Bord ist, man kann ja nie wissen!image
Aber mal abgesehen von der Technik hat die Bergen- Bahn auch landschaftlich einiges zu bieten und gesellt sich somit in die Reihe der landschaftlich reizvollen Strecken auf Höhe der Berina – Bahn oder der Bar- Belgrad- Bahn ein.
Der Höchste Punkt der Strecke war bei 1222,2 m über N.N. am Bahnhof Finse.image
Hier hatte man einen schönen Ausblick auf die Gletscher und auch die Räumgeräte für den skandinavischen Winter stehen schon bereit.image
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Unser erster Halt war Myrdal. Der Bahnhof liegt auf 866m Höhe und dient lediglich als Umsteigebahnhof zur Flamsbahn.
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Die 20km lange Flamsbahn verbindet das Örtchen Flam, am Aurlandsfjord gelegen, mit der Bahnstrecke Oslo – Bergen. Die Strecke wurde nach einer Bauzeit von 13 Jahren 1940 fertiggestellt und ist mit ihren 20 Tunneln und einer Steigung von max 55 Promille eine der steilsten Adhäsionsbahnen.
Unterwegs wird planmäßig am Kystfjossen, einem Wasserfall ein 5 minütiger Foto- Stop eingelegt. Leider war es da bei uns etwas neblig und Huldra, die man dort eigentlich bestaunen kann, war es wohl auch zu kalt.image
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In Flam hatten wir dann zwei Stunden Zeit, in denen wir das kostenlose Flamsbahn-Museum und den Ort an sich besichtig haben, wobei es bei letzterem eigentlich nicht viel zu sehen gibt, die Landschaft ist eben das Reizvolle.image
image Auf den Tipp von zwei deutschen Wanderern, welche wir zuvor noch im Zug getroffen hatten, haben wir uns in die örtliche Brauerei zur Bierprobe begeben.image
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Die Verschiedenen Biersorten werden allesamt dort selbst gebraut, hinter dem Tresen kann man durch eine Glaswand einen Blick in das Sudhaus werfen. Die ganze Brauerei war im Stil eines alten Wikingerhauses gehalten und hatte durchaus ihren Charme.imageimage
Das Probierbrett hat, bestückt mit 5 verschiedenen Sorten (ca. 0,5l) 135 NOK gekostet, sowie ein einzelnes Schwarzbier (Sumbel Porter) 0,3l für 75 Nok, sodass wir dann um kurz vor 3 mit rund 26€ weniger auf dem Konto, einer Träne im Auge und einem Lächeln im Gesicht ( denn Das Bier war wirklich gut!)den Laden wieder verlassen haben.
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Um 15:10 Uhr hat unsere Fähre nach Gudvangen vom Pier 1 abgelegt. Die gut 2,5 Stündige fahrt durch den Aurlands- und Naeroyfjorden hat noch einmal 18€ extra gekostet, dank Interrail gab es hier einen kleinen Rabatt.
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Wir haben also, wie oben schon erwähnt Flam über den Aurlandsfjorden verlassen und sind dann nach Links in den seit 2005 zum Weltkulturerbe gehörenden Naeroyfjorden eingebogen, mit dem Ziel Gudvangen.image
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Gudvangen ist, ähnlich wie Flam, vom Tourismus geprägt und auch nicht sonderlich groß.
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Hier wurden wir auch von den Bussen nach Voss schon erwartet. Unser Busfahrer, ein älterer aber herzensguter Mensch hat uns vor der Abfahrt noch eine kleine Sicherheitseinweisung gegeben (Fallschirme unter dem Sitz, Anschnallpflicht) wir sollten auch später noch erfahren warum…
Nach dem halt am Hotel Stahlheim ging es über die alte Autostrasse Talwärts, für den Bergverkehr ist diese zum Glück gesperrt. Die neue Trassenführung verläuft mittlerweile durch 2 Tunnel sodass dieser Teil nur noch als Nebenstraße dient. Das Schild ab Beginn der Gefällstrecke sagte 18% auf 1,9 km vorraus. imageVertrauend auf unseren Busfahrer und (vor allem) auf die solide Technik aus Stuttgart, haben wir es auf uns zukommen lassen, gut, wir hatten eh keine andere Wahl…image
In ca. 12 Serpentinen mit Radien von teilweise nahezu 180 grad hat sich der Bus auf der gut 5m breiten Straße talwärts gewunden. Definitiv nichts für schwache Nerven. imageimageDie letzten 106 km von Voss nach Bergen liefen dann eigentlich recht unspektakulär ab, was auch an der einbrechenden Dunkelheit und unserer Müdigkeit lag.
Bergen Hauptbahnhof haben wir gegen 21:10 Uhr erreicht.

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